Der Sehtest für den Führerschein ist ein verpflichtender Eignungsnachweis, der Ihre Sehschärfe für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr prüft und ohne den die Fahrerlaubnis nicht erteilt wird.
Für die meisten Antragstellerinnen und Antragsteller betrifft der Führerschein Sehtest vor allem die zentrale Sehschärfe, den Umgang mit Sehhilfen und die Gültigkeit der Bescheinigung bei der Antragstellung.
Wichtige Fakten auf einen Blick
- Für den Führerschein ist ein Sehtest mit einer Mindest-Sehschärfe von 0,7 auf jedem Auge Pflicht; bei Nichtbestehen ist eine augenärztliche Untersuchung erforderlich.
- Der Sehtest kostet laut bussgeldkatalog.org (Stand 2025-11, mittlere Sicherheit) rund sieben Euro, ist zwei Jahre gültig und wird standardisiert mit Landolt-Ringen durchgeführt.
- Sehhilfen werden im Führerschein vermerkt (Schlüsselziffern 01.01 bis 01.06); wer ohne vorgeschriebene Brille fährt, riskiert ein Verwarnungsgeld von 25 Euro.
- Für Klasse B gilt der Sehtest als bestanden, wenn die zentrale Tagessehschärfe mit oder ohne Sehhilfe auf jedem Auge mindestens 0,7 beträgt.
- Wenn der Sehtest nicht bestanden wird, kann der Führerscheinantrag nur mit augenärztlicher Bescheinigung weiterlaufen, die unter anderem mindestens 0,5 Sehschärfe nachweist.
- Planen Sie den Sehtest frühzeitig, weil die Führerscheinstelle die Bescheinigung bei der Antragstellung verlangt und sie nicht älter als zwei Jahre sein darf.
Warum ein Sehtest für den Führerschein Pflicht ist
Der Sehtest ist Teil der gesetzlichen Eignungsanforderungen, weil Sehen eine zentrale Grundlage für sichere Entscheidungen im Straßenverkehr ist: Abstände einschätzen, Verkehrszeichen erkennen und Gefahren rechtzeitig wahrnehmen.
Für Führerscheinbewerberinnen und Führerscheinbewerber bedeutet das konkret, dass ein Nachweis über einen Sehtest vorzulegen ist. Der ADAC beschreibt diese Pflicht als Voraussetzung für die Fahrerlaubnis und ordnet sie der Verkehrssicherheit zu, weil Sehschwächen sonst unbemerkt bleiben können (ADAC: Regeln beim Autofahren mit Sehschwäche).
In der Praxis betrifft das insbesondere die Klasse B, also den klassischen Pkw-Führerschein. Ohne Sehtestbescheinigung kann die Führerscheinstelle den Antrag nicht vollständig bearbeiten, weil ein Baustein der Fahreignung fehlt.
Wichtig aus Alltagssicht: Der Sehtest für den Führerschein ist als schneller Standardtest konzipiert. Er soll keine umfassende medizinische Diagnose ersetzen, sondern eine Mindestanforderung an die Sehschärfe objektiv bestätigen, damit die Antragstellung sauber durchläuft.
Anforderungen: Welche Sehschärfe ist nötig?

Die zentrale Frage bei den Sehtest Führerschein Anforderungen lautet: Welche Sehschärfe Führerschein ist für die Klasse B erforderlich? Laut ADAC gilt der Sehtest für die normale Auto-Führerscheinklasse B als bestanden, wenn die zentrale Tagessehschärfe mit oder ohne Sehhilfen auf jedem Auge mindestens 0,7 beträgt (ADAC: Mindest-Sehschärfe für Klasse B).
„Mit oder ohne Sehhilfe“ ist dabei entscheidend: Wenn Sie eine Brille oder Kontaktlinsen benötigen, dürfen Sie diese beim Sehtest verwenden. Das Ergebnis wird dann als Sehtest bestanden gewertet, sofern der Grenzwert erreicht wird. Praktisch heißt das auch, dass Ihr Führerschein später eine entsprechende Auflage enthalten kann, wenn die Sehhilfe für das sichere Fahren erforderlich ist.
Wenn der einfache Sehtest nicht bestanden wird, endet der Prozess nicht, aber er wechselt die Stufe. Laut ADAC ist dann für den Führerschein eine augenärztliche Untersuchung Führerschein erforderlich, bei der unter anderem die Sehschärfe des besseren Auges oder beider Augen zusammen mindestens 0,5 betragen muss (ADAC: Vorgehen bei Nichtbestehen und Mindestwerte).
Für bestimmte Klassen sind die Anforderungen strenger organisiert. Der ADAC weist darauf hin, dass für einen Lkw- und Busführerschein immer ein Check beim Arzt nötig ist (ADAC: Ärztlicher Check bei Lkw und Bus). Wenn Sie beruflich fahren möchten, sollten Sie den organisatorischen Vorlauf einplanen, weil ärztliche Termine und Bescheinigungen zeitlich weniger flexibel sind als der Standard-Sehtest.
Wenn Sie Ihre Werte einordnen möchten, ist die wichtigste Orientierung nicht die Dioptrienzahl, sondern die gemessene Sehschärfe im Test. Dioptrien beschreiben die Brechkraftkorrektur, während der Führerschein Sehtest die tatsächliche Erkennbarkeit standardisierter Sehzeichen abprüft.
Ablauf: So läuft der Sehtest ab
Der Sehtest folgt einem standardisierten Verfahren. netDoktor beschreibt, dass dabei Landolt-Ringe genutzt werden, also ringförmige Zeichen mit einer Öffnung, deren Richtung erkannt werden muss (netDoktor: Standardverfahren mit Landolt-Ringen).
Typisch ist, dass Sie nacheinander Zeichen in verschiedenen Größen erkennen und die Öffnungsrichtung benennen. Häufig wird jedes Auge einzeln geprüft und anschließend die beidäugige Leistung berücksichtigt, damit eine klare Zuordnung der Sehschärfe möglich ist.
Durchführen können Sie den Sehtest in der Regel bei Optikerbetrieben, bei Augenärztinnen und Augenärzten oder bei weiteren amtlich anerkannten Stellen, je nachdem, welche Angebote in Ihrer Region vorhanden sind. Für die Antragstellung zählt am Ende die Bescheinigung, die die geforderten Werte bestätigt.
Der zeitliche Aufwand ist meistens gering, weil es sich um einen kurzen Standardtest handelt. Für Ihre Planung ist sinnvoll, zusätzlich wenige Minuten für Formalien einzuplanen, etwa für das Ausfüllen von Angaben und das Ausstellen der Bescheinigung.
Kosten und Gültigkeit des Sehtests

Für den Führerschein-Sehtest sollten Sie in der Praxis mit überschaubaren Gebühren rechnen. In vielen Darstellungen und Preisangaben wird als Richtwert ein Betrag von rund 7 Euro genannt. Je nach Anbieter und Region können die Kosten leicht abweichen, etwa wenn zusätzlich eine ausführlichere Beratung erfolgt oder statt des einfachen Sehtests ein umfassenderes Gutachten benötigt wird. Für Ihre Planung ist sinnvoll, vorab kurz beim Optiker oder der prüfenden Stelle nach dem aktuellen Preis zu fragen.
Wichtig ist außerdem die zeitliche Gültigkeit der Bescheinigung. Bei der Antragstellung darf der Sehtest beziehungsweise das Gutachten nicht älter als 2 Jahre sein. Das heißt, auch wenn Sie den Test bereits früher einmal gemacht haben, kann er für den neuen Antrag als veraltet gelten, wenn die Frist überschritten ist.
Die ausgestellte Bescheinigung ist kein Dokument, das nur für Ihre Unterlagen gedacht ist. Sie muss bei der Führerscheinstelle (im Rahmen der Beantragung) im Original vorgelegt werden. Achten Sie daher darauf, die Bescheinigung gut aufzubewahren und den Termin bei der Behörde zeitlich so zu legen, dass die 2-Jahres-Frist sicher eingehalten wird.
Eintragungen im Führerschein bei Sehhilfen
Wenn beim Sehtest oder im Rahmen eines Gutachtens festgestellt wird, dass Sie zum sicheren Führen eines Fahrzeugs eine Sehhilfe benötigen, wird das als Auflage im Führerschein vermerkt. Praktisch bedeutet das: Sie dürfen dann nur mit Brille oder Kontaktlinsen fahren, je nachdem, was in Ihrer Auflage steht.
Im Scheckkarten-Führerschein werden diese Auflagen über Schlüsselziffern dokumentiert, und zwar im Feld 12. Dort finden Sie bei Bedarf einen Code, der die erforderliche Korrektur konkretisiert:
- 01: Korrektur des Sehvermögens erforderlich (allgemeiner Vermerk)
- 01.01: Brille
- 01.02: Kontaktlinsen
- 01.06: Brille oder Kontaktlinsen
Für den Alltag ist das vor allem dann relevant, wenn Sie spontan fahren, etwa im Urlaub oder mit einem geliehenen Auto. Wer eine entsprechende Auflage hat, sollte daher immer eine passende Sehhilfe dabeihaben, bei Kontaktlinsen idealerweise zusätzlich eine Ersatzbrille.
Verschlechtert sich Ihr Sehvermögen erst später, besteht in der Regel keine Pflicht, den Führerschein nachträglich ändern zu lassen. Sinnvoll kann eine Aktualisierung trotzdem sein, etwa wenn sich aus einer freiwilligen Brille eine dauerhafte Notwendigkeit entwickelt oder wenn Sie Klarheit über die richtige Auflage im Feld 12 schaffen möchten.
Was passiert bei Nichtbestehen oder Missachtung?

Wenn Sie den einfachen Sehtest nicht bestehen, ist der Führerschein damit nicht automatisch ausgeschlossen. In diesem Fall wird üblicherweise eine augenärztliche Untersuchung erforderlich. Dort wird genauer geprüft, welche Ursache die reduzierte Sehschärfe hat und ob sich die Werte mit einer Sehhilfe ausreichend korrigieren lassen. Häufig ist das Ergebnis dann pragmatisch: Mit einer passenden Brille oder Kontaktlinsen erfüllen viele Antragstellende die Anforderungen und können die Bescheinigung anschließend doch noch erhalten.
Anders ist die Lage, wenn Sie eine eingetragene Auflage haben und diese im Straßenverkehr missachten, zum Beispiel wenn Sie ohne vorgeschriebene Brille fahren. Das gilt als Ordnungswidrigkeit. Typischerweise wird dafür ein Verwarnungsgeld von 25 Euro fällig. Zusätzlich kann es im Einzelfall zu weiteren Problemen kommen, etwa bei einer Verkehrskontrolle oder nach einem Unfall, wenn das Tragen der Sehhilfe vorgeschrieben war.
Es gibt außerdem Sonderfälle, bei denen besondere Regeln und Fristen gelten. Nach dem Verlust eines Auges kann beispielsweise eine Wartezeit von 3 Monaten vorgesehen sein, bevor wieder gefahren werden darf. Zudem muss auf dem verbleibenden Auge eine Mindest-Sehschärfe von 50 % erreicht werden. Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, die individuellen Vorgaben ärztlich abklären zu lassen und erst dann wieder am Straßenverkehr teilzunehmen, wenn die Anforderungen nachweislich erfüllt sind.
Praktische Tipps für Ihren Führerschein-Sehtest
Mit ein wenig Vorbereitung lässt sich der Führerschein-Sehtest meist schnell und ohne Stress erledigen. Planen Sie den Termin nach Möglichkeit nicht an einem Tag, an dem Ihre Augen bereits stark belastet sind, etwa nach vielen Stunden Bildschirmarbeit oder einer langen Autofahrt in der Nacht. Ausreichend Schlaf hilft, weil Müdigkeit das Sehen subjektiv verschlechtern kann, zum Beispiel durch trockene Augen oder reduzierte Konzentration.
Nehmen Sie vorhandene Sehhilfen unbedingt mit. Wenn Sie normalerweise eine Brille tragen, bringen Sie diese samt aktuellem Brillenpass mit, falls vorhanden. Nutzen Sie Kontaktlinsen, kann eine Ersatzbrille sinnvoll sein, falls die Linsen kurz vorher irritieren oder verrutschen. Auch wenn beim Sehtest häufig mit und ohne Sehhilfe geprüft wird, erspart es Diskussionen, wenn Sie Ihre gewohnte Korrektur dabeihaben.
Bei Unsicherheit, ob Ihre Sehstärke noch ausreicht, lohnt sich ein kurzer Check vorab beim Optiker oder eine Untersuchung beim Augenarzt, besonders wenn Sie in letzter Zeit schlechter sehen, häufiger Kopfschmerzen haben oder in der Dämmerung Probleme bemerken. Machen Sie den Sehtest außerdem frühzeitig im Antragungsprozess, damit es durch eine notwendige Nachuntersuchung oder eine neue Sehhilfe nicht zu Verzögerungen bei der Führerscheinbeantragung kommt.
Fazit: Der Sehtest als wichtiger Schritt zur Fahrerlaubnis
Der Sehtest ist für die meisten Führerscheinklassen ein verpflichtender Bestandteil der Antragstellung. Geprüft wird beim Standardtest vor allem, ob die erforderliche Sehschärfe erreicht wird, bei Bedarf mit Brille oder Kontaktlinsen. Wer die Mindestwerte nicht schafft, muss in der Regel zur augenärztlichen Untersuchung, die genauer klärt, ob und wie eine ausreichende Korrektur möglich ist. Die Kosten sind meist überschaubar, variieren aber je nach Anbieter und Umfang der Untersuchung. Wichtig ist außerdem die Gültigkeit der Bescheinigung: Sie sollte zum Zeitpunkt der Antragstellung noch gültig sein, damit die Fahrerlaubnisbehörde sie akzeptiert.
Ergibt sich aus dem Ergebnis eine Sehhilfenpflicht, wird diese als Auflage im Führerschein eingetragen. Das ist kein Nachteil, sondern dient der Klarheit und Ihrer Sicherheit, denn gutes Sehvermögen ist eine zentrale Voraussetzung für Verkehrssicherheit, etwa beim Erkennen von Gefahren, Schildern und anderen Verkehrsteilnehmenden bei wechselnden Lichtverhältnissen.
Wer den Sehtest frühzeitig bei einer amtlich anerkannten Stelle durchführen lässt und bei Zweifeln rechtzeitig Optiker oder Augenarzt einbezieht, sorgt für einen reibungslosen Ablauf bei der Führerscheinbeantragung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Mindest-Sehschärfe muss jedes Auge beim Sehtest für den Führerschein erreichen?
Für die Klasse B muss die zentrale Tagessehschärfe auf jedem Auge mindestens 0,7 betragen. Dieser Wert gilt sowohl mit als auch ohne Sehhilfe. Wird dieser Wert nicht erreicht, ist eine augenärztliche Untersuchung erforderlich.
Wie lange ist die Sehtest-Bescheinigung für den Führerschein gültig?
Die standardisierte Bescheinigung ist zwei Jahre gültig. Sie darf bei der Antragstellung nicht älter sein, sonst verlangt die Führerscheinstelle eine neue Prüfung. Planen Sie den Test deshalb rechtzeitig vor der Antragstellung.
Was kostet ein standardisierter Sehtest für den Führerschein?
Die Kosten liegen nach verfügbaren Angaben bei etwa sieben Euro. Der Preis kann je nach Anbieter leicht variieren. Teurere Untersuchungen, etwa beim Augenarzt, sind gesondert zu bezahlen.
Welche Testmethode wird bei einem Führerschein-Sehtest eingesetzt?
Der Standardtest verwendet Landolt-Ringe zur Messung der Sehschärfe. Das Verfahren ist als schneller Standardtest konzipiert und ersetzt keine umfassende Augenuntersuchung. Bei Auffälligkeiten verweist die Prüfstelle in der Regel zum Augenarzt.
Wie wird im Führerschein vermerkt, dass eine Sehhilfe erforderlich ist?
Sehhilfen werden mit Schlüsselziffern eingetragen, typischerweise 01.01 bis 01.06. Die Eintragung ist eine verbindliche Auflage für das Fahren mit korrigierender Brille oder Kontaktlinse. Ohne die vorgeschriebene Sehhilfe droht ein Verwarnungsgeld.
Welche Konsequenzen drohen, wenn ich ohne eingetragene Brille fahre?
Wer ohne vorgeschriebene Brille fährt, riskiert ein Verwarnungsgeld von 25 Euro. Zusätzlich kann die Fahrtauglichkeit angezweifelt und bei Kontrollen weiter geprüft werden. Bei wiederholten Verstößen sind weitergehende Maßnahmen möglich.
Welche Sehschärfe muss eine augenärztliche Bescheinigung mindestens nachweisen, wenn der Sehtest nicht bestanden wurde?
Wenn der standardisierte Sehtest nicht bestanden wird, fordert die Behörde eine augenärztliche Bescheinigung, die in der Regel mindestens 0,5 Sehschärfe nachweist. Die Augenärztin oder der Augenarzt prüft dann, ob eine Korrektur möglich ist. Nur mit dieser Bescheinigung kann der Antrag weiter bearbeitet werden.